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Umdenken im MMO-Genre - Problem 1
von Ulk |  April 22, 2007 | 

Nach der gestrigen Einleitung zu unserer Artikelserie “Warhammer Online - Umdenken im MMO-Genre?” folgt heute die erste Problematik des Genres, die Neil Sorens in seinem Artikel “Rethinking the MMO” kritisiert.

Problem 1: Langweiliges Spielgeschehen

Das Grundgerüst sämtlicher MMORPG-Kämpfe, die zumeist im Mittelpunkt der Spiele stehen, ist ein simples Würfelsystem. Diesem Umstand entsprechend schlagen Spielfigur und Gegner so lange aufeinander ein, bis einer von beiden umfällt. Daraus wiederum folgt, dass der Spieler meist nicht zu intelligentem Handeln gezwungen wird, sondern mit dem immer selben Drücken einiger Tasten und zumeist ohne viel Nachdenken vorankommt. Hier setzt ein monotones Verhalten ein, das wenig mit Interaktivität zu tun hat, sondern viel mehr aus dem stupiden Abarbeiten von Gegnern besteht – eigentlich ein Armutszeugnis für ein Spiel.

Moderne Computer- und Videospiele außerhalb des MMORPG-Genres bieten zumeist optisch ansprechende sowie spielerisch anspruchsvolle und interessante Kämpfe. Diese sind vom Verhalten und oft auch vom Können des Spielers abhängig, anstatt nur durch mathematische Formeln entschieden zu werden. Ein Beispiel sind die Spielumsetzungen der Herr der Ringe-Filme: Während es im mittlerweile betagten Spiel „Rückkehr des Königs“ nicht weniger schnell, effektreich und lebhaft wie in den Filmen zur Sache geht, bietet „Herr der Ringe Online“ nur die oben beschriebenen, auf die Dauer langweiligen und monotonen Kämpfe.

Lösung:

Nahezu jedes Spiel fordert dem Spieler für den Sieg intelligentes Denken oder Geschicklichkeit bei der Steuerung seiner Spielfigur ab, anstatt ihn immer und immer wieder mit den selben simplen Herausforderungen zu langweilen. Gute Spiele zeichnen sich dadurch, und nicht durch die aufgewendete Zeit als einziger Erfolgsindikator, aus – hier müssen sich MMORPG also wohl oder übel anpassen.

Geistige Herausforderungen ließen sich durch schlauere Gegner, die nicht allzu vorhersehbar handeln und auf die Aktionen des Spielers reagieren, schaffen. Abgesehen davon ließe sich auch die physische Komponente anspruchsvoller und abwechslungsreicher gestalten, indem dem Spieler schnelle, komplexe Eingaben oder das genaue Beobachten und richtige Reagieren auf die Geschehnisse auf dem Bildschirm abgefordert werden. Das Lösen eines Problems durch methodisches Nachdenken und richtiges Reagieren befriedigt Spieler definitiv mehr als das Gewinnen von Kämpfen auf Grund von mathematischen Vorteilen und lahmem, gleichförmigem Tastengedrücke.

Warhammer Online:

Das dem Spiel zu Grunde liegende System ist gegenüber denen seiner Genre-Kollegen keine Revolution, sondern bietet in Teilbereichen erweiterte Möglichkeiten. Nach aktuellem Stand wird der Ablauf der Kämpfe durch Elemente wie die im Voraus festlegbaren Taktiken variieren. Viele Klassen sollen außerdem mit zunehmender Kampfdauer stärker Fähigkeiten nutzen können, was ebenfalls für Abwechslung im Kampfgeschehen sorgen dürfte. Trotzdem steht Warhammer Online in der Tradition seiner geistigen Vorgänger und wird mit Sicherheit nicht aus dem gewohnten Prozedere ausbrechen.

Während sich im PvE also keine Innovationen erwarten lassen, umgehen die Kämpfe gegen andere Spieler logischerweise die Problematik der immergleichen, wenig intelligenten und berechenbaren Gegner. Menschliche Opponenten haben ihren eigenen Willen und handeln nicht allzu vorhersehbar, was hier auf Dauer für Abwechslung sorgen dürfte. Die starke Fokussierung auf die Kämpfe zwischen Spielern sollte Warhammer Online also ein in weiten Teilen nicht allzu langweiliges Spielgeschehen bescheren, womit dieser Kritikpunkt nicht voll zum Tragen kommt.

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Ulk

2 Reaktionen zu “ Umdenken im MMO-Genre - Problem 1 ”

  1. Sehr wahrheitsgemäß geschrieben. aber ich würde sagen dass sich genau daraus ein geschäft machen lässt. man darf einfach nicht annehmen dass die mehrzahl der spieler auf herausforderungen am laufenden band steht. nein, vielmehr muss ich sagen dass ich viele spieler kenne die gerne 3 monate für maximallevel benötigen und die gerne diese immer gleich bleibenden quests erfüllen. man kann sagen die haben im RL genug herausforderungen- die wollen eine einfache spielwelt :D

  2. [...] Warherold.de: Umdenken im MMO-Genre? (deutsche Erläuterung zu. s.o.) [...]

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